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Interview – Cameron Meredith – New England Patriots

Während des NFL Camps in Oberhausen (22.02.2019 – 24.02.2019) hatten wir auch die Gelegenheit mit einem der anwesenden Spieler zu sprechen, genauer gesagt mit Cameron Meredith (damals Spieler der New Orleans Saints). Dort war der 26 jährige Wide Receiver und kam in der vergangenen Saison auf sechs Einsätze und konnte 114 Yards, sowie einen Touchdown (im Regular Season Spiel gegen die Los Angeles Rams) abliefern, bevor er im November auf die Verletztenliste gesetzt werden musste und im Rest der Saison nicht mehr zum Einsatz kam.

In der Zeit auf dem College der Illinois State University spielte er für die Redbirds. Er begann als Quarterback, war aber nur Backup, weswegen er in der Folge auf die Position des Wide Receivers wechselte und in zwei Saisons zu 14 Touchdowns kam und insgesamt 1.431 Yards erlief.

Das Interview erfolgte im Auftrag des Magazins Touchdown24.

Hallo Cameron. Wie fühlst Du Dich? Hast Du noch mit dem Jetlag zu kämpfen oder geht es mittlerweile?

Ich bin die meiste Zeit noch müde. Wir hatten alle noch nicht so viel Schlaf. Die Zeitumstellung und die vielen Termine tun ihr Übriges dazu, aber uns geht es gut.

Ist es das erste Mal, dass Du in Deutschland bist und konntest Du schon etwas sehen?

Ja, das erste Mal in Europa: das erste Mal in Deutschland. Es ist aufregend für mich.

Ihr kamt in Frankfurt am Main an und seid direkt mit dem Bus zu eurem Hotel gebracht worden und gestern ward ihr bei Borussia Dortmund. Habt ihr die Spieler getroffen?

Nur unterwegs, wie gesagt. Wir haben Christian Pulisic getroffen. (Anm. d.Red. Pulisic ist US-Amerikaner und spielt für Borussia Dortmund) Wir haben zusammen ein bisschen Fussball gespielt und zusammen Bilder gemacht. Das war es auch eigentlich schon.

Konntet ihr denn auch schon etwas Anderes sehen, wie eine kleine Stadtbesichtigung oder Ähnliches?

Wir waren in Düsseldorf und in der Innenstadt von Dortmund. Und heute machen wir hier in Oberhausen ein paar Besuche und schauen uns noch ein wenig um.  

Wie denkst Du über Deutschland und die Deutschen? Hast Du irgendwelche Erfahrungen oder Vorurteile?

Ehrlich gesagt weiß ich nicht besonders viel über Deutschland. Natürlich die historischen Dinge, wie die Weltkriege und andere geschichtlichen Ereignisse.

So etwas wie „Lederhosen“ oder „Bayern“ auch nicht?

Oh doch, Bayern München, BVB – ich weiß ein klein wenig über Fussball (Anm. d. Red.: Er sagte das mit einem sehr breiten Grinsen)

Was denkst Du über dieses Event hier in Oberhausen?

Ich denke, dass es großartig ist. Es ist toll hier rüber zu kommen um mit Menschen, denen wir sonst nie begegnen würden, den Football zu teilen. Unterschiedliche Menschen, Spieler und Trainer kennen zu lernen ist eine schöne Sache.  

Bist Du überrascht zu sehen, dass sich viele Menschen dafür interessieren euch zu sehen und damit zeigen, dass es ein größeres Interesse an Football gibt?

Ja durchaus. Gerade mit dem AFWB Camp ist es uns deswegen wichtig das Bewusstsein für Football näherzubringen. Den Effekt gab es schon damals mit der NFL Europa ein wenig, aber jetzt wird Football wieder populärer und da möchten wir das Interesse und den Sport an so viele Menschen wie möglich verbreiten.

Ist Dir grundsätzlich etwas über den Football in Deutschland bekannt? So wie Teams oder die Liga, vielleicht einige Spieler?

Leider weiß ich da nicht wirklich etwas darüber. Gibt es hier eine Liga, in der gespielt?

Ja, sie heißt „GFL“ – German Football League. Die Top Teams sind aus Braunschweig und Schwäbisch Hall. Bei Braunschweig köntne man sagen, sie sind wie die Patriots.

Verstehe, sie gewinnen viele Titel.

Das stimmt, aber aktuell sind die Schwäbisch Hall Unicorns Titelträger, sie haben das Finale gegen Frankfurt Universe (Anm. d. Red. Der Fragensteller ist Frankfurt Universe Fan) gewonnen.

Ah okay. Dann nächstes Mal. Aber ich weiß nicht wirklich etwas darüber. Dafür jetzt ein bisschen mehr.

Kannst Du Dir vorstellen in der Zukunft einmal Trainer zu sein? Positionstrainer, Head Coach…

Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Aber ich mag es Kinder zu trainieren. Vielleicht sogar in Deutschland, hier gibt es viel zu tun. Aber bis dahin ist noch sehr viel Zeit.

Wie lange spielst Du schon Football?

Ich fing an als ich 6 Jahre alt war. Und jetzt steht meine 5. Saison in der NFL an. Man kann Football nicht besonders lange spielen, deswegen muss man es genießen, so lange man spielen kann.

Verletzungen können schnell passieren, das stimmt. Du hast damit auch schon Erfahrungen machen müssen.

Leider ja. Das hat mich etwas zurückgeworfen. (Anm. d. Red.: er fiel für die gesamte Saison 2017 / 2018 aufgrund einer schweren Knieverletzung aus, welche er sich im letzten Vorbereitungsspiel zuzog). 

Du hast bisher bei zwei Teams in der NFL gespielt. Natürlich aktuell die New Orleans Saints, aber vorher waren es die Chicago Bears.

Genau, zuerst war ich bei den Bears und dann hatte ich die Möglichkeit nach New Orleans zu gehen und die habe ich genutzt. Ausschlaggebend war auch, dass Curtis Johnson nun dort Trainer war, mit dem ich schon in Chicago zusammengearbeitet habe.

War Football schon immer deine Lieblingssportart? Du hättest auch die Athletik für einen Basketballspieler zum Beispiel. Und warum hast Du Dich für den Football entschieden?

Ich spiele eigentlich vieles, ganz verschiedene Sportarten, wie Baseball, Golf auch Basketball. Aber Football ist etwas Besonderes. Ich liebe Football einfach. Touchdowns zu erzielen ist einfach das Größte.

Wenn ich im Tunnel stehe und die Fans höre, wie sie jubeln, wie sie uns anfeuern, das ist verrückt; aber auch das liebe ich. Umso lauter desto besser und das gibt es so nur im Football.

Wer waren Deine Idole / Vorbilder, als Du jünger warst?

Hm, da ich zuerst Quarterback war, bevor ich Receiver wurde, waren es Michael Vick und Reggie Bush. Das waren die wichtigsten für mich. Natürlich etwas später auch LeBron James. Man kann schon sagen, dass sie für viele und auch mich diejenigen waren, die man erreichen wollte.

Hast du daran geglaubt, dass Du es in die NFL schaffen würdest?

Ich für mich habe immer daran geglaubt. Es ist schwer und gewisse Umstände können das auch erschweren und es einen nicht schaffen lassen. Aber weißt Du, ich habe es geschafft und das zählt für mich.

Du hattest sozusagen diesen Traum, dieses Ziel und hast dafür alles getan, was Du konntest.

Ganz genau so war es.

Wie war es für Dich, als Du unter Vertrag genommen wurdest? Was war das für ein Gefühl?

Ich wurde zwar nicht gedraftet, sondern war ein Free Agent, aber im Endeffekt ist es fast das gleiche. Es war so unglaublich; ein Traum wurde wahr. Das war so ein Gefühl, als bekommst Du endlich das, woraufhin Du eine lange Zeit gearbeitet hast. Wie der hauptpreis am Ende eines langen Tunnels.

Wie sieht es denn während der Saison aus. Wie oft trainiert ihr? Jeden Tag?

Montags schauen wir Filme. Analysieren das letzte Spiel, die kommenden Gegner. Dienstags haben wir frei aber von Mittwoch bis Samstag stehen wir auf dem Feld und trainieren und am Sonntag ist dann schon das Spiel. So sehen die meisten Wochen während der Saison aus.

Und wie sieht das Ganze in der Off-Season aus? Hoffentlich etwas weniger?

Ja, etwas weniger. Es ist eine lange Zeit zwischen den Saisons, dadurch haben wir natürlich mehr Freizeit für andere Aktivitäten und Freunde oder Familie, aber trainiert wird trotzdem. Insbesondere Workouts um fit zu bleiben. Montags bis donnerstags von morgens bis abends und den Rest hat man dann frei.

Wie hast Du von dem Camp des AFWB erfahren und hast Du direkt zugesagt – wie lief es ab?

Ich und derjenige, der das Camp startete, haben den gleichen Agenten. So entstand der erste Kontakt. Ich hatte versucht die ersten Jahre schon dabei zu sein, aber das war immer wieder ein zeitliches Problem. Deswegen bin ich sehr froh, dass es jetzt im vierten Anlauf geklappt hat.

Empfindest Du es als Freude dabei zu sein?

Ich genieße es einfach die Möglichkeit zu haben mit den verschiedensten Menschen über Football zu sprechen und zu sehen, wie Football in anderen Ländern ist. Das sind großartige Erfahrungen, die man machen kann.

In den nächsten Tagen seid ihr ausschließlich Trainer

Richtig, wir trainieren die Kinder oder einfach jeden, der am Camp teilnimmt und schauen, wer der Beste davon ist. Möglicherweise sehen wir auch jemanden, der es in die NFL schaffen könnte.

Bevorzugst Du selbst eher das Training mit den Kindern oder den Erwachsenen, vielleicht auch eher mit den Frauen?

Das spielt keine Rolle. Wir trainieren mit jedem. Aber mit Kindern ist es dann doch etwas anders. Sie sind viel neugieriger, aufgeregter – sie wollen einfach Ball spielen und das macht es dann auch einfacher.

Zum Abschluss: Was möchtest Du den Fans, den Lesern in Deutschland noch sagen, mit auf den Weg geben?

Ich bedanke mich für die Einladung nach Deutschland, nach Oberhausen und bin sehr dankbar dafür hier sein zu dürfen mit diesem Camp. Wir genießen es und freuen uns auch auf jeden, der am Camp teilnimmt und ich hoffe, dass ich nochmal wiederkommen kann. Vielleicht unter anderem Rahmenbedingungen, aber das wird sich zeigen.

Vielen Dank Cameron für Deine Zeit, das war es auch schon.

Gerne und „Auf Wiedersehen“ (Anm. d. Red.: das Auf Wiedersehen hat Cameron tatsächlich auf Deutsch gesagt.)

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